Interimsmanagement: Keine Notlösung, sondern ein Katalysator für Veränderungen
Interimsmanagement weckt oft noch immer ein falsches Bild: das einer temporären Vertretung, die den Betrieb aufrechterhält, bis ein Nachfolger gefunden ist. Jemand, der die Position besetzt, Prozesse überwacht und vor allem nichts kaputt machen darf. Die Realität sieht jedoch genau andersherum aus.
Robert van der Plas, Interim Manager und Managementberater bei Anderson MacGyver, teilt seine Sicht auf den Beruf: Warum ist er ein so wirkungsvolles Instrument für Organisationen, die wirklich vorankommen wollen?

Jenseits des Punktes ohne Wiederkehr: Die Macht des Interim-Managements
„In komplexen, turbulenten Situationen etwas zu bewirken und Veränderungen herbeizuführen, die über den Punkt der Unumkehrbarkeit hinausgehen, ist das, was mich im Interimsmanagement antreibt.“
Interimsmanagement ist besonders effektiv dort, wo Veränderungen notwendig sind. Zum Beispiel in unruhigen, komplexen Situationen. Denken Sie an ins Stocken geratene Transformationsprozesse, Organisationen, die zwischen Ambitionen und Realität gefangen sind, oder Teams, die ihre Richtung verloren haben.
Auf die Frage nach dem Unterschied zwischen einer Festanstellung und einem Interimsmanager antwortet Robert: „In Festanstellungen baut man auf Kontinuität auf; als Interimsmanager wird man dann eingesetzt, wenn Bewegung nötig ist, wenn sich Muster festgefahren haben und wenn jemand den Mut braucht, Veränderungen über den Punkt hinaus voranzutreiben, an dem es kein Zurück mehr gibt.“
Als Interimsmanager bringen Sie keine Vorgeschichte und keine politische Altlast mit. Sie kommen mit einer klaren Mission: Klarheit zu schaffen und Teams wieder voranzubringen. Diese Klarheit erfordert Entscheidungen. Da ein Interimsmanager weiter von der Organisation entfernt ist, ist es oft einfacher zu sagen: „Wir gehen diesen Weg, und wir beginnen heute damit.“
Geschwindigkeit, Struktur und Menschlichkeit
Wenn man eine neue Aufgabe als Interimsmanager übernimmt, ist es laut Robert entscheidend zu verstehen, was wirklich Es geht weiter. Nicht nur um die formale Aufgabenstellung, sondern auch um die „unterschwelligen Strömungen“.
„Ich beginne immer damit, Kontakt zu denjenigen aufzunehmen, die die Umsetzung gewährleisten müssen; Veränderung gelingt nur, wenn man Vertrauen gewonnen hat. Deshalb mache ich von Anfang an deutlich, welche Rolle ich spiele, wie ich arbeite und was die Leute von mir erwarten können.“ sagt Robert.
Ein erfahrener Interim Manager bringt sofort Struktur, schafft Ruhe und hilft Teams, voranzukommen. Nicht indem er alles an sich reißt, sondern indem er Störfaktoren beseitigt, Prioritäten setzt und dem Team wieder Freiraum gibt. Das setzt unmittelbar neue Energie frei.
Interim Management zeichnet sich in diesem Zusammenhang durch seinen Fokus auf nachhaltigen Wandel aus. Nicht auf eine temporäre Lösung, sondern auf eine Bewegung, die Bestand hat. Der Moment, in dem eine Organisation nicht mehr automatisch in alte Muster zurückfällt, weil der Wandel tatsächlich verankert ist.
Interimsmanagement versus KI
KI kann vieles: Daten analysieren, Muster erkennen und Szenarien berechnen. Doch Interimsmanagement bleibt menschliche Arbeit.
Was ein Interimsmanager leisten kann, was KI nicht kann:
- Vertrauen gewinnen: Die Menschen öffnen sich nicht einem Algorithmus, sondern jemandem, der zuhört und mitdenkt.
- Die unterschwelligen Strömungen erkennen: KI sieht nur Daten. Ein Interimsmanager sieht auch Blicke, Schweigen und Gespräche an der Kaffeemaschine.
- Führen schwieriger Gespräche: Wenn Teams monatelang frustriert sind, kann KI nicht als Vermittler fungieren.
- Timing und Gefühl anwenden: Zu wissen, wann man Druck ausüben sollte und wann nicht. Das ist keine Berechnung, sondern ein Gespür dafür, was eine Organisation braucht: handwerkliches Können.
- Verankerungsänderung: Es über den Punkt hinauszubringen, an dem es kein Zurück mehr gibt. Das erfordert Mut, Einfühlungsvermögen und Vertrauen.
Echte Interimsarbeit entsteht durch Interaktion, durch Nuancen und durch das aufgebaute Vertrauen. Dort beginnt die Bewegung.
Interimsmanagement als Erweiterung der Beratung
„Bei Anderson MacGyver sehen wir nicht Interim Management als etwas anderes als die Beratung, aber als deren logische Erweiterung“, Robert deutet an.
Der größte Vorteil liegt in der nahtlosen Verbindung von Beratung und Umsetzung ohne Informationsverlust während des Transfers. Dank des vorherigen Beratungsprojekts sind Kontext, Dynamik und Beteiligte bereits bekannt. So können Sie vom ersten Tag an Wirkung erzielen – ohne lange Einarbeitungszeit oder unnötige Störungen.
Der Kunde erhält jemanden, der nicht nur an der Planung mitgewirkt hat, sondern auch die Verantwortung für deren Umsetzung übernimmt. Dies gewährleistet Schnelligkeit, Transparenz und Vertrauen. Interim Management wird somit zum Bindeglied zwischen Strategie und Ausführung.
„Wir arbeiten stets mit einer Mischung aus fachlicher Kompetenz und Menschlichkeit. Das bedeutet, dass man als Interimsmanager nicht nur auf Ergebnisse achtet, sondern auch auf Unterstützung, Zusammenarbeit und nachhaltige Verankerung.“
Kurz gesagt: Der Kunde erhält nicht einfach nur eine neue Person, sondern eine Erweiterung der Beratungsarbeit. Jemand, der die Strategie versteht, die Menschen kennt und den Wandel tatsächlich umsetzt.
Interimsmanagement zielt auf nachhaltige Wirkung ab
Interimsmanagement ist keine kurzfristige Lösung für ein kurzfristiges Problem. Es ist eine bewusste Entscheidung für Veränderung, wenn Stillstand keine Option mehr ist. Wenn Organisationen festgefahren sind, die Richtung fehlt und Veränderungen dringend notwendig sind.
Ein guter Interimsmanager schafft keinen Frieden durch Verlangsamung, sondern durch Fokussierung. Indem er Entscheidungen trifft, Strukturen vorgibt und die Mitarbeiter in einen Veränderungsprozess einbezieht, der unumkehrbar ist.
Nicht durch lauteres Schreien, sondern durch Übernahme von Verantwortung. Nicht vom Spielfeldrand aus, sondern mitten im Geschehen. Dort, wo Strategie und Umsetzung aufeinandertreffen, beweist Interim Management seinen Wert.
Nicht als Notlösung, sondern als Katalysator für nachhaltigen Wandel.